Auszeichnung für Anton Grafwallner

Anton Grafwallner erhielt lang anhaltenden Beifall für sein großartiges Engagement. Foto: Nursen Özlükurt

Landkreis Während der Kreistagssitzung am vergangenen Mittwoch erhielt der Behindertenbeauftragte im Landkreis Miesbach, Anton Grafwallner für seinen Einsatz für die Interessen der Behinderten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland von Landrat Jakob Kreidi verliehen. In seiner Laudatio sprach Kreidl davon, das es ihm eine besonderen Freude sei, „diese Medaille als eine der höchsten Auszeichnungen hierzulande“ an den agilen Gmunder übergeben zu können. Mit beispielhaften initiativen habe Grafwallner, selbst aufgrund von Multipler Skierose auf den Rollstuhl angewiesen, im Landkreis in den letzten acht Jahren gewirkt. So gebe es inzwischen in allen 17 Gemeinden Behindertenbeauftragte. Er habe sich für eine behindertengerechte Infrastruktur stark gemacht, besonders beim Krankenhaus Agatharied oder mit öffentlichen Toilettenzugängen. Kreidl verwies auf den überall geschätzten Rat und seine stets zuverlässigen Auskünfte. Der Behinderten-Kompass im Internet sei genauso sein Verdienst wie die verstärkte Kommunikation zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten, die der humorvolle frühere Ingenieur als wichtiges Ziel sieht .
Der Landkreis Miesbach habe durch ihn und seine wertvollen Dienste für die Allgemeinheit einen besonderen sozialen Anstrich bekommen. Mit lang anhaltenden Beifall der Kreistagsmitglieder überreichte Landrat Jakob Kreidl dem Geehrten die Medaille und die vom Bundespräsidenten Horst Köhler unterschriebene Urkunde. ger

Bis 2014 lautet das Konzept der Behindertenbeauftragten des Landkreises Miesbach für ihren Landkreis – helfen, handeln und zuhören.

Unser Ziel ist es, für Menschen mit geistiger, körperlicher und psychischer Behinderung, für alte und mobilitätseingeschränkte Menschen, den Landkreis Miesbach barrierefreier und lebenswerter zu gestalten.

Nachfolgende Punkte geben einen Überblick.

  1. Stille Hilfe für alle Menschen im Landkreis.
    z.B. Unterstützung beim Antrag auf Schwerbehinderung, Pflegestufe, Fallmangement usw.
    Wir bieten keine Rechtsberatung, aber die Suche nach Lösungsmöglichkeiten bei Schwierigkeiten mit Behörden oder Krankenkassen, sowie Zusammenarbeit mit anderen Organisationen zum Wohle der Menschen mit Behinderungen an. Alle diese Hilfen sind sehr zeitintensiv.
  2. Barrierefreier Tourismus
    Relaunch des Behindertenkompasses im Herbst 2008, nach Rücksprache mit ATS und TTT, DEHOGA, dem Tourismusverband bayerisches Oberland und Tourismus Bayern.
    Zur Zeit ist ein Videoclip (Dauer ca. 5 Minuten) über den barrierefreien Tourismus im Landkreis Miesbach in Bearbeitung.
  3. Barrierefreies Bauen und Wohnen im Alter
    Effizientere Zusammenarbeit mit dem Kreisbauamt. Jedem genehmigten Bauplan soll ein Flyer über barrierefreies Bauen beigelegt werden, damit die Bauherren eingehend informiert werden. Eine Ausstellung über barrierefreies Bauen ist geplant.
  4. Abschließung von Zielvereinbarungen über die Gestaltung von barrierefreien Bushaltestellen mit dem Straßenbauamt Rosenheim, den Gemeinden, dem Landratsamt und den Behindertenbeauftragten.
  5. Einführung einer Selbsthilfekontaktstelle im Landkreis , wobei die vorhandene Infrastruktur und Synergieeffekte ausgenützt werden sollen. Zahlreiche Bürger wollen sich zu Selbsthilfegruppen, je nach Erkrankung, organisieren.
  6. Kamingespräche vorerst in Gmund und in Holzkirchen. 
    Ziel ist es, Arbeitslose und Hartz4-Empfänger mit Behinderung, in Arbeit zu bringen. Angestrebt ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt, dem Integrationsfachdienst Rosenheim und dem Amt für Soziales am Landratsamt Miesbach, sowie den Behindertenbeauftragten, Bürgermeistern und Firmen.
  7. Barrierefreies Landratsamt und ein barrierefreier Internetauftritt des Landratsamtes.
  8. Förderung des Behindertensports durch Erweiterung der angebotenen Sportarten.
  9. Barrierefreie Zugänge , z.B. zum Strandbad Schliersee, in Kirchen und andere Kulturstätten.
    Barrierefreier ÖPNV, BOB, RVO, AST.
  10. Behindertenbeauftragte arbeiten weisungsungebunden und ehrenamtlich . Sie setzen sich für die Umsetzung der Schlüsselbegriffe Teilhabe, Selbstbestimmung und Gleichstellung für Menschen mit Behinderungen ein.

Anton Grafwallner Behindertenbeauftragter des Landkreises Miesbach und die Behindertenbeauftragten der Gemeinden

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